Der Postbank Wohnatlas 2026 zeigt: Energieeffiziente Wohnungen kosten in Hamburg bis zu 1.893 Euro/m² mehr. Was das für Verkäufer bedeutet, lesen Sie hier.
Wer heute eine Eigentumswohnung kauft, schaut längst nicht mehr nur auf Lage und Grundriss. Die Energieeffizienzklasse einer Immobilie ist zu einem handfesten Preisfaktor geworden – und das deutschlandweit. Das zeigt der fünfte Studienteil des Postbank Wohnatlas 2026, für den das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) unter der Leitung von Dr. Dirck Süß alle Angebote von Eigentumswohnungen im Bestand und Neubau bundesweit ausgewertet hat – sofern eine Energieeffizienzklasse angegeben war.
Die Ergebnisse sind eindeutig: Gut gedämmte Wohnungen der Klassen A+ bis D erzielen spürbar höhere Preise als Immobilien der Klassen E bis H. Doch je nach Region fällt dieser Aufpreis sehr unterschiedlich aus. Für Verkäufer und Käufer gleichermaßen lohnt es sich, diese Unterschiede zu kennen.
Im bundesweiten Durchschnitt verfügen lediglich 35 Prozent aller angebotenen Eigentumswohnungen über eine sehr gute bis durchschnittliche Energieeffizienz – also Klassen A+ bis D. In den sieben großen Metropolen Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart sowie in vielen Landkreisen liegt dieser Wert mit 35,8 Prozent leicht darüber. Kreisfreie Mittelstädte schneiden mit 33,5 Prozent etwas schwächer ab.
In 62 Regionen – überwiegend in Ostdeutschland und Südbayern – liegt der Anteil energieeffizienter Wohnungen bei mindestens 42,5 Prozent. Der Spitzenreiter ist der Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg mit 54,7 Prozent, gefolgt von Plön in Schleswig-Holstein (53,3 Prozent) und dem Landkreis Börde in Sachsen-Anhalt (52,9 Prozent).
Am anderen Ende der Skala finden sich 92 Regionen, in denen weniger als 30 Prozent der Angebote die Effizienzklasse D oder besser erreichen. Das Schlusslicht bildet der sächsische Landkreis Görlitz mit nur 13,3 Prozent – ein deutlicher Hinweis darauf, wie ungleich der Sanierungsstand in Deutschland verteilt ist.
Unter deutschen Großstädten mit mehr als 100.000 Einwohnern belegt Trier in Rheinland-Pfalz den ersten Platz: 49,1 Prozent der dort angebotenen Eigentumswohnungen erreichen die Energieeffizienzklasse D oder besser. Allerdings sind die Preise entsprechend hoch – im Durchschnitt 4.422 Euro pro Quadratmeter.
Wer Energieeffizienz und moderate Preise kombinieren möchte, schaut besser nach Chemnitz (45,4 Prozent Anteil, 1.447 Euro/m²), Erfurt (41,4 Prozent, 2.831 Euro/m²) oder Bochum (40,7 Prozent, 2.715 Euro/m²). Diese Städte bieten eine solide Verfügbarkeit energieeffizienter Wohnungen – zu Preisen, die noch deutlich unter dem bundesdeutschen Metropolenniveau liegen.
In den sieben deutschen Top-Städten liegt der Durchschnittspreis für Wohnungen der Klassen A+ bis D laut HWWI-Auswertung bei 6.711 Euro pro Quadratmeter. Wohnungen der schlechteren Klassen E bis H sind im Schnitt 1.337 Euro pro Quadratmeter günstiger – ein erheblicher Unterschied, der beim Kauf ins Budget eingerechnet werden muss.
Den höchsten Effizienzaufpreis verzeichnet Hamburg: Dort kostet eine energieeffiziente Wohnung durchschnittlich 7.558 Euro pro Quadratmeter – rund 1.893 Euro mehr als Angebote der Klassen E bis H. Das entspricht einem Aufschlag von etwa einem Drittel. München folgt mit einem Aufpreis von 1.720 Euro, Frankfurt am Main mit 1.599 Euro. Am geringsten fällt die Differenz in Stuttgart aus: Dort beträgt sie lediglich 772 Euro pro Quadratmeter.
Manuel Beermann, Leiter Produktmanagement Immobilien der Postbank in Deutschland, bringt den Mehrwert auf den Punkt: „Energieeffiziente Gebäude sind stabiler im Wert und schützen vor den Folgen künftiger Sanierungspflichten.“ Wer also heute mehr investiert, schützt sich langfristig vor Folgekosten – und sichert den Wert seiner Immobilie.
Jenseits der Metropolen gibt es in 83 Landkreisen und kreisfreien Städten Aufschläge von mindestens 1.000 Euro pro Quadratmeter für energieeffiziente Wohnungen. Spitzenreiter ist der bayerische Landkreis Miesbach mit einem Rekordaufpreis von 3.133 Euro pro Quadratmeter. Weitere Bayern-Landkreise unter den Top Ten: Garmisch-Partenkirchen (2.239 Euro), Wesermarsch (1.846 Euro), Landsberg am Lech (1.771 Euro), Erding (1.677 Euro) und Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim (1.652 Euro).
Im Norden Deutschlands stechen die Ferienregion Schleswig-Flensburg (2.130 Euro) und die Stadt Emden (1.711 Euro) besonders hervor.
Nicht überall bedeutet Energieeffizienz automatisch einen höheren Kaufpreis. In 66 Regionen liegt der durchschnittliche Aufpreis unter 400 Euro pro Quadratmeter. In zwölf Regionen sind energieeffiziente Wohnungen sogar günstiger als Immobilien mit schlechten Effizienzwerten. Im niedersächsischen Landkreis Aurich etwa liegt der Durchschnittspreis für Wohnungen der Klasse D oder besser um 868 Euro pro Quadratmeter unter dem für Angebote der Klassen E bis H. Ähnliches gilt für die Landkreise Zwickau, Rostock und Wittmund.
In den sächsischen Landkreisen Meißen und Vogtlandkreis werden energieeffiziente und weniger energieeffiziente Wohnungen durchschnittlich sogar zum gleichen Preis angeboten – ein Hinweis darauf, dass hier noch Marktpotenzial schlummert.
Auch im Großraum Pfalz und Rheinhessen spielt die Energieeffizienz eine zunehmend wichtige Rolle – sowohl beim Verkaufspreis als auch bei der Vermarktungsdauer. Wohnungen mit guten Effizienzklassen erzielen nicht nur höhere Preise, sie finden in der Regel auch schneller einen Käufer. Wer seine Immobilie verkaufen möchte, sollte den energetischen Zustand daher frühzeitig kennen und gezielt kommunizieren.
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Wie hoch ist der Anteil energieeffizienter Eigentumswohnungen in Deutschland?
Im bundesweiten Durchschnitt verfügen laut Postbank Wohnatlas 2026 rund 35 Prozent aller angebotenen Eigentumswohnungen über eine Energieeffizienzklasse von D oder besser. In Metropolen und vielen Landkreisen liegt der Wert bei 35,8 Prozent.
In welcher deutschen Stadt ist der Aufpreis für energieeffiziente Wohnungen am höchsten?
Unter den Top-7-Metropolen verzeichnet Hamburg den höchsten Effizienzaufpreis: Dort zahlen Käufer für Wohnungen der Klassen A+ bis D durchschnittlich 1.893 Euro pro Quadratmeter mehr als für Angebote der Klassen E bis H.
Gibt es Regionen, in denen energieeffiziente Wohnungen keinen Aufpreis kosten?
Ja. In zwölf Regionen sind energieeffiziente Wohnungen sogar günstiger als solche mit schlechten Effizienzwerten. Im Landkreis Aurich in Niedersachsen etwa liegt der Durchschnittspreis für Klasse D oder besser um 868 Euro pro Quadratmeter unter dem für Klassen E bis H.
Warum lohnt sich der Kauf einer energieeffizienten Wohnung langfristig?
Energieeffiziente Gebäude verursachen geringere Heizkosten, sind stabiler im Wert und schützen Eigentümer vor den finanziellen Folgen künftiger Sanierungspflichten – so die Einschätzung von Postbank-Experte Manuel Beermann.
Welche Großstadt bietet energieeffiziente Wohnungen zu günstigen Preisen?
Chemnitz, Erfurt und Bochum zählen laut Postbank Wohnatlas 2026 zu den Großstädten mit einem hohen Anteil energieeffizienter Wohnungen und gleichzeitig moderaten Quadratmeterpreisen – ideal für Käufer, die Wert auf Effizienz und Erschwinglichkeit legen.
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